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DER PFLEGENOTSTAND IN DEUTSCHLAND UND OESTERREICH

Die Betreuung und Pflege von geliebten und uns nah stehenden Menschen ist, besonders für die Familienangehörige, eine schwierige Herausforderung, die nicht immer leicht zu bewältigen ist.

Es trifft im besonderem Masse nicht nur die Familie, aber auch zum nicht zu unterschätzenden Teil, die Leute in der unmittelbaren Umgebung, die mit dem Alter oder mit der krankheitsbedingten Behinderung des betroffenen Menschen zu tun haben.

Aufgrund der demographischen und sozial-politischen Lage wächst die Zahl der alten und pflegebedürftigen Menschen in der BRD und in Österreich kontinuierlich und ständig, – die Zahl der Pflegekräften verringert sich aber vom Jahr zu Jahr. Nach den neusten Erkenntnissen fehlen zum Beispiel in der BRD zur Zeit über 300 tausend, in Österreich fast 50 tausend Pflegekräfte. Es sind viele Gründe die man für den notorischen Pflegekräftemangel als ursächlich benennen könnte, die Tatsache ist jedoch, dass man jetzt seitens der Politik, betroffenen Familien, der Kirchen, und der Wohlfahrtsverbände doch laut von einem Pflegenotstand spricht. Dieses Wort ist auch zu einem der Unwörter des Jahres 2018 geworden.

Tatsache ist auch dass kurzfristig die Lösung überhaupt nicht in Sicht ist, im Gegenteil, – diese Notlage wird sich noch vertiefen da momentan keine geeigneten Maßnahmen seitens der Politik ergriffen werden können.

Uringeruch, Schimmel, überfordertes Personal: Immer wieder werden unzumutbare Zustände in deutschen Pflegeheimen bekannt. Bei vielen Häusern der bekannten Betreiber wurde vor einiger Zeit wegen massiver Pflegemängel die Schließung angeordnet. In vielen weiteren Heimen, sogar der namhaften Betreiber wurden ähnliche Missstände öffentlich.

Es ist zwar vor kurzem von der Politik ein allgemeiner und nicht konkreter Ziel des sogenannten „Eckpunkte-Papiers“ vorgestellt, – der heißt; – die Fachkräfteeinwanderung zu fördern und die ausländischen Pfleger zu gewinnen (nach unsere Anfrage; – es sind auch wohl die anderen europäischen Seniorenheime gemeint). Dabei zeigt die Erfahrung: die Bürokratie und praktische Probleme in der BRD behindern die Einstellung ausländischer Pflegekräfte.  Zum zweiten, – wir beobachten zur Zeit  den Trend, der eher mit einer Pflegekräfteabwanderung aus Deutschland zu tun hat. Als ein polnisches Seniorenheim können wir diesen Trend anhand unserer Erfahrungen am besten dokumentieren, da wir seit einiger Zeit feststellen, dass zum Beispiel die polnischen Pflegerinnen lieber im Polen mit den deutschen Senioren als in Deutschland arbeiten wollen. Die Gründe dafür sind vielseitig: einerseits werden in Polen zwischenzeitlich vergleichbare Löhne wie in Deutschland für qualifizierte Pfleger bezahlt, zum zweiten arbeiten die Pfleger in ihrem eigenen Land ohne die deutschen bürokratischen Barrieren die eine strenge zeitgebundene Leistung fordern, zum dritten;  sie arbeiten ohne die zusätzlichen Kosten die mit der Trennung von Heimat verbunden sind, in einer vertrauten und bekannten Umgebung, was mit Sicherheit die Qualität und intensiviert der Arbeit positiv beeinflusst.

Zu der Qualität der Pflege und Betreuung lässt sich auch folgendes sagen: Aus der seitherigen Erfahrung können wir sicher behaupten, dass der Senior die Betreuung im Polen als intensiver empfindet als das im Heimatland der Fall warWährend in Deutschland eine zeit-getaktete, stark zeit-bezogene Pflege und Betreuung stattfindet, die dem Personal für jeden Arbeitsschritt eine Zahl an Minuten vorschreibt, die sie für die jeweilige Leistung benötigen dürfen, ist die Pflege und Betreuung bei uns nicht von Zeitvorgaben beeinflusst. Der Senior erhält die Zeit und die nötige Aufmerksamkeit, die er benötigt, sei es bei der Nahrungsaufnahme , bei der Körperhygiene oder bei sonstigen Aktivitäten.